FAQ’s Schulkonzept

  1. Verbesserte soziale Kompetenzen:

SchülerInnen, die in einem jahrgangsübergreifenden Lernumfeld arbeiten, haben die Möglichkeit, mit SchülerInnen unterschiedlicher Altersgruppen zusammenzuarbeiten. Dies fördert die Entwicklung von sozialen Kompetenzen wie Teamwork, Kooperation und gegenseitigen Respekt.

Zudem wird das Konfliktpotential der größeren gleichaltrigen Gruppen entschärft.

 

  1. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit:

SchülerInnen, die in einem jahrgangsübergreifenden Lernumfeld arbeiten, müssen in der Lage sein, sich an unterschiedliche Lernbedürfnisse und -stile anzupassen. Dies kann dazu beitragen, dass sie flexibler und anpassungsfähiger werden, was für ihr zukünftiges Leben nur von Vorteil sein kann.

 

  1. Individualisiertes Lernen:

Jahrgangsübergreifendes Lernen ermöglicht es den Lehrkräften, individuelle Bedürfnisse und Interessen jedes Schülers besser zu berücksichtigen. SchülerInnen können in kleineren Gruppen arbeiten und individuelle Unterstützung erhalten, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.

 

  1. Höhere Schülerleistungen:

Jahrgangsübergreifendes Lernen kann dazu beitragen, dass SchülerInnen ihre Leistungen verbessern. Untersuchungen haben gezeigt, dass SchülerInnen, die in jahrgangsübergreifenden Lernumgebungen arbeiten, bessere Leistungen erbringen als SchülerInnen, die in traditionellen Lernumgebungen arbeiten.

 

(siehe

  1. Vygotsky, L.S. (1978). Mind in Society: The Development of Higher Psychological Processes. Cambridge, MA: Harvard University Press.
  2. Galton, M. (1996). The case for mixed-age classes in primary schools. British Educational Research Journal, 22(1), 5-19.
  3. Wells, G. (1995). Learning together: Children and adults in a school community, Cambridge, MA: Harvard University Press.)

Diese Studien haben sich mit verschiedenen Aspekten des jahrgangsübergreifenden Lernens befasst und zeigen, dass es viele Vorteile hat, wenn SchülerInnen mit unterschiedlichem Alter zusammenarbeiten.

Alle 4-6 Wochen finden in den Hauptfächern mit den entsprechenden Lehrern und Kindern Lerngespräche statt. Diese dienen dazu den aktuellen Lernstand hervorzuheben und die nächsten Schritte zu besprechen und zu planen.  Wöchentlich treffen sich kleine Übungsgruppen mit einer Lehrperson. Zusätzlich stehen die Lehrerteams im ständigen Austausch über den Lernstand der Kinder. Daher kann auch bei den morgendlichen Logbucheinträgen auf die Sinnhaftigkeit der Vorhaben der Kinder geachtet werden sowie während den individuellen Arbeitsphasen bei Bedarf unterstützt werden. Die Kinder werden beim Lernen nicht alleine gelassen!

Schon seit vielen Jahren stellen wir im Schulalltag fest, dass das System Schule, so wie es ist nicht funktioniert. Als Lehrer hat man nicht die Möglichkeit den Kindern gerecht zu werden. Auch hat sich die Gesellschaft sehr verändert und auf diese Änderungen können wir im „alten“ System nicht eingehen. Wir erhoffen uns von den Neuerungen, dass wir individueller auf die Kinder eingehen können und so alle Kinder dort abholen können, wo sie gerade stehen. Auch sind wir sicher, dass wir durch das jahrgangsgemischte Lernen die sozialen Kompetenzen sehr fördern können. Dies ist bisher in dem gewünschten Maße nicht möglich, wird immer wichtiger.

Das wäre eine Möglichkeit gewesen, allerdings wird das an anderen Schulen so gehandhabt, wenn nicht alle Kollegen von dem Konzept überzeugt sind. Wir in Ulmen haben das Glück, dass alle Lehrer hinter dem Konzept stehen und den Weg mitgehen möchten. Daher können wir allen Kindern der Schule die Möglichkeit des jahrgangsübergreifenden Lernens ermöglichen.

Die Erstellung unseres neuen Schulkonzepts verlief in Form eines längeren, von intensiver Auseinandersetzung mit den Rahmenbedingungen geprägten Prozesses. Nachdem wir uns als Kollegium einig waren, dass die alte Art und Weise zu unterrichten nicht mehr zeitgemäß war und entsprechend nicht weiterbestehen konnte, sammelten wir unter anderem Erfahrungen durch Hospitationen und die intensive Auseinandersetzung mit diversen Konzepten, bevor wir uns auf eine Vorgehensweise einigten. Erst am Termin des Elternabends waren wir uns sicher, alle Feinheiten des Konzepts ausgeschliffen zu haben, sodass wir es den Eltern voller Überzeugung präsentieren konnten. Die Eltern wurden bereits frühzeitig über die Teilnahme am Projekt „Schule der Zukunft“ informiert, welches durch Innovationen geprägte Veränderungen in rheinland-pfälzischen Schulen fördert. Sicherlich gibt es auch unter den Eltern unterschiedliche Meinungen zur zukünftigen Ausrichtung der Burg-Grundschule; schlussendlich sind wir uns jedoch absolut sicher, eine zukunftsweisende und richtige Entscheidung für die Schülerinnen und Schüler getroffen zu haben.

Starke Schülerinnen und Schüler werden in ihrer Neugier und ihrem Wissensdrang nicht gebremst. Sie dürfen zum Beispiel den nächsten Zahlenraum erobern, ohne auf ihre Mitschüler zu warten, oder sich ein neues grammatikalisches Phänomen erschließen. Langsamer arbeitende Schülerinnen und Schüler werden sich dadurch nicht getrieben fühlen. Sie können in ihrem Tempo und intensiv an ihren Inhalten arbeiten und erst dann zum nächsten Schritt vorangehen, wenn der vorherige Inhalt vollständig und gründlich erschlossen ist.

Die Arbeit in der Schule unterliegt, wie jedes pädagogische Schaffen, dem gesellschaftlichen Wandel. Lehrerinnen und

Lehrer müssen sich selbstverständlich auf veränderte Bedürfnisse und Rahmenbedingungen einstellen um erfolgreich mit den Kindern arbeiten zu können. Jeder Schritt in der schulischen Entwicklung bedarf zahlreicher Absprachen, genauer Überlegungen und fortwährender Evaluation. Diese Aufgaben gehören zu unserem Beruf, wie der direkte Umgang mit den SchülerInnen. Diese werden natürlich nicht zusätzlich vergütet.

Neben einem zuständigen Bezugslehrer erhalten die Erstklässler ein festes Patenkind aus dem dritten Schuljahr. Dieses hilft bei der Organisation von Arbeitsmaterialien, beim Zurechtfinden in den Räumlichkeiten, beim Aufzeigen von Gestaltungsmöglichkeiten in den Klassenräumen und Pausen sowie der Einführung in die Regularien. Ihr Kind wird zu keiner Zeit alleine gelassen und hat immer einen Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung.

In den Fächern Mathe und Deutsch besuchen die Kinder zunächst Einführungskurse, um mit den Arbeitsweisen vertraut zu werden. („Wie erlerne ich einen Buchstaben?“, „Was ist Rechnen und wie geht das?“)

Zeigen Kinder, dass sie zum Beispiel den Ablauf zum Erlernen eines Buchstabens verinnerlicht haben (Hörübungen, Schreibübungen im Sand, an der großen Tafel und im Heft), dürfen sie zunehmend eigenständig arbeiten und die Buchstaben entsprechend ihres Vermögens zügig abarbeiten. Zeigen Kinder noch Unsicherheiten, haben die Lehrer durch die Selbstständigkeit der anderen Schüler die Gelegenheit, intensiver und in Kleingruppen auf diese Kinder einzugehen.

Das gesamte Schuljahr hindurch werden die Kinder täglich in Kleingruppen entsprechend ihres Lernstands unterrichtet. Die Phasen selbstständigen Arbeitens werden dabei schrittweise zunehmen.

Die Kinder sind nie alleine, da sie immer einen ihrer 3-4 anwesenden Lehrer um Hilfe bitten können. Umgekehrt erkennen Lehrer wie jetzt auch, wenn ein Kind nicht weiterkommt und suchen gemeinsam mit ihm nach Gründen.

Zu abgelenkt oder zu laut? Dann bieten sich ein Sitzplatzwechsel, ein Hörschutz, ein Timer, ein starker Lernpartner o.Ä. an.

Zu schwer? Noch nicht verstanden? Dann kommen wir ins Gespräch, suchen nach geeigneten Hilfsmitteln und bilden Übungsgruppen oder Lernpartnerschaften.

Der Lernstand der Kinder wird alle 4-6 Wochen in Einzel-Lerngesprächen überprüft und weitere Lernschritte zielgebunden und mit Handlungsaufträgen schriftlich festgelegt. Ihr Kind lernt dabei, Verantwortung für seinen Lernweg zu übernehmen und diesen aktiv mitzugestalten.

Jeder Lerngruppe sind drei feste Räume zugeordnet, die jeweils einen zu einem Oberthema passenden Namen haben. Im offenen Anfang sucht sich jedes Kind einen dieser drei Räume aus, in dem es an diesem Tag arbeiten möchte. Wahrscheinlich werden sich ganz schnell „Lieblingsarbeitsplätze“ anbahnen, die dann zur Gewohnheit werden.

Bei diesem Konzept werden Eigenständigkeit und selbstständiges Lernen stark gefördert. Aufgrund der jahrgangsübergreifenden Klassen sind die SchülerInnen verschiedene Lehrerpersönlichkeiten gewöhnt. Lernen mit unterschiedlichen Altersgruppen fördert zudem die Sozialkompetenz. Ebenso wird sehr viel Wert auf die Stärkung des Selbstbewusstseins und die Motivation zum Lernen gelegt. Auf den weiterführenden Schulen sind all diese Kompetenzen von Vorteil. Generell können sich Kinder sehr gut an neue Situationen anpassen. Kinder, die sich selbst organisieren, selbstbewusst sind und eigenständig sowie motiviert lernen können, sind umso besser in der Lage den Übergang an die neue Schule zu meistern.

Alle LehrerInnen aus dem Team Ihrer Kinder sind mögliche Ansprechpartner. Zudem wird Ihr Kind einem festen Stammlehrer zugeordnet, den Sie wie gewohnt über schoolfox kontaktieren können. Die FachlehrerInnen sind ebenfalls bei Fragen über diesen Weg erreichbar. Elterngespräche und Elternabende werden wie gewohnt angeboten. Selbstverständlich ist auch die Schulleitung ein weiterer Ansprechpartner.

Aufgrund des jahrgangsübergreifenden Konzeptes werden besonders die sozialen Kompetenzen gestärkt. Gegenseitiges Helfen und Unterstützen werden gefördert. Verantwortungsbewusstsein gegenüber anderen Kindern wird zur Selbstverständlichkeit. Erziehung zu Achtsamkeit und Respekt sind Bestandteil des Schulalltags.

Bereits vorhandenes Material (z.B. Farbkasten, Pinsel, Wachsmalstifte, Knete…) kann selbstverständlich weiterhin genutzt und mitgebracht werden.

Die Kinder haben Möglichkeiten diese im eigenen Spind oder Klassenraum zu lagern.

Dies funktioniert ähnlich wie beim Führen des Hausaufgabenheftes. Den unterschiedlichen Fächern werden verschiedene Farben zugeordnet. Bei der Verwendung der verschiedenen Arbeitsmaterialien kann man auf ein großzügiges Repertoire an Symbolen zurückgreifen (Schere, Brille, Stift, Heft, Buch, einzelne Buchstaben und Ziffern,….). Zudem können Lesezeichen in Hefte und Bücher gelegt werden und Nummern und Seiten angekreuzt werden. Eine einheitliche, mit den Eltern abgesprochene Symbolliste, kann den Eltern helfen, die der Kinder notierten Kürzel und Symbole zu entschlüsseln. Zudem werden die Kinder in den Anfängen natürlich etwas enger betreut und darauf geachtet, dass die Eintragungen der Kinder ausreichend, realisierbar und nicht zu umfangreich sind.

Unsere langjährige Berufserfahrung und die Orientierung an den Lernzielen/Kompetenzen ermöglicht es uns Lehrern in der Tat, ein Kind und seine Fähigkeiten recht schnell einzuschätzen. Bei der Einschätzung ziehen wir selbstverständlich vorhandene Noten, Lernzielkontrollen, Bemerkungen und Notizen der bisherigen Kollegen heran (Zeugnis, Klassenarbeiten und andere Werke). Darüber hinaus stehen wir Kollegen im regelmäßigen und intensiven Austausch und werden uns gemeinsam zusammensetzen um ihr Kind angemessen einzuschätzen. Dies ist auch kein Problem des veränderten Schulsystems. Vorherige Lehrerwechsel durch z.B. Mutterschutz, Krankheit, Pension, …. haben diese Kommunikation und Absprache seit jeher notwendig gemacht und stellen diesbezüglich keine neue, uns unbekannte Herausforderung dar.

Das Wiederholen der Klassenstufe im eigentlichen Sinne wird es nicht mehr geben, da ohnehin alle Kinder auf ihrem individuellen Lernstand und Tempo arbeiten. Sollte ein Kind länger als 4 Jahre für die zu erzielenden Lernziele der Grundschule benötigen, bleibt es ein weiteres Jahr in seinem Team und bei seinen Bezugslehrern. Das hat den Vorteil, dass sowohl das Team als auch die Bezugslehrer erhalten bleiben und somit das evtl. beschämende und beängstigende Gefühl in einer neuen Gruppe wiederholen zu müssen nicht auftaucht. Es ist seelisch also viel einfacher zu verarbeiten.

Dadurch, dass zukünftig auch in Klasse 3 die Noten wegfallen, können die Kinder sich stärker als bisher ohne Leistungsdruck Themen widmen und in ihrer eigenen Geschwindigkeit Fortschritte erzielen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keinerlei Überprüfungen stattfinden. Diese wird es wie gehabt in variierenden Formen geben, um jederzeit einen Überblick über den Fortschritt und Lernstand der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten; der einzige Unterschied ist die fehlende Notengebung.

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